Und wieder mal: Ein Brunnen!

Erstellt von Sven Taraba | |   Unternehmen

Einen haben wir in Leipzig Connewitz im Garten, den zweiten in Leipzig Baalsdorf im Keller, und jetzt kam ein dritter hinzu...

Der Brunnen unserer Connwitzer Hausgemeinschaft ist 12 m tief, unten steht das Wasser 3 m und eine mannsdicke, ca. 6 m lange Holzröhre ragt schräg aus dem Wasser. Eine Unterwasserkamera offenbarte, dass die vielen roten Backsteine der Brunnenwand unten im Wasser auf einem Fass aus Eiche ("Brunnenbüchse") stehen. Alles sieht aus wie frisch gezimmert und und gerade gestern ins Wasser versenkt, obwohl es dort ohne Unterbrechung vielleicht schon mehrere hundert Jahre steht. Der Brunnen ist also sehr alt, bewässert aber immer noch unseren Garten und die Pflanzen für unseren Versand.

Unser zweiter, Baalsdorfer Brunnen ist nur 8 m tief, befindet sich im Fußboden des Hauskellers und das Wasser steht steht meist bis fast zum Rand, und wenn wir nicht aufpassen, überflutet es den Keller. Auch dieser Brunnen bewässert unsere dortigen Beete, Wiesen und Bäume. Früher haben Kühe und Schweine sein Wasser gesoffen.

Seit gestern sind es drei Brunnen, und das kam so: Ein schwerer Laster mit Erd-Container (wir machen gerade Tiefbau) fuhr über den Hof, und plötzlich ruckte es unter ihm. Eine Kuhle hatte sich gebildet, ein Tiefbauer stocherte mit der Spitzhacke, es machte "Bupp" und ein gähnendes Loch tat sich auf. Und zwar etwa dort, wo neulich noch ein Fuß des großen Baukranes auf dem Asphaltboden stand, wo wir nebst Kindern und Enkeln hundertfach drüber gelaufen und drüber gefahren sind... 4,5 m tief, davon 2,5 m unter Wasser. Vorsichtig wurden zwei Eisenstreben und dann die ganze Öffnung freigelegt, und es wurde gerätselt. Der Brunnen lag genau unter der Außenwand einer 1925 abgerissenen Scheune, unter dem Asphalt und unter dem Hofpflaster, seine Steine hatten ein Format von 26 x 7 cm. War er ca. 1850, beim Bau jener alten Scheune zugedeckt worden? Er lag auch nahe an der großen Mistgrube - war das Wasser verunreinigt? Diese Fragen blieben ohne Antwort. Was aber sollte - mitten auf dem Hof - nun mit dem Loch passieren? Der Bauleiter meinte: Sofort verfüllen. Wir aber und der herbei geeilte Dorf-Archäologe brachten das nicht übers Herz. Einen historischen Brunnen zuschütten??? Und die Schätze, die auf dem Brunnengrund liegen gleich mit?

Also, wenigstens die Schätze sollten zuvor entdeckt und geborgen werden. Wir pumpten das Wasser ab, wollten eine Leiter hinein stellen und auf dem Boden schürfen, auf gute Luftzufuhr achten usw.. Aber wir hatten die Rechnung ohne das Wasser gemacht. Zuerst sank der Wasserspiegel schnell, aber je tiefer wir kamen, umso zäher ging es voran. Bei nur noch 50 cm Wasserhöhe sank der Wasserspiegel nicht mehr, obwohl die Pumpe auf Hochtouren lief. Statt trockenem Brunnenboden sahen wir die Quelle, die tief unten am westlichen Brunnenrand kurz über dem Wasserspiegel den Brunnen speiste, und zwar genau so schnell, wie unsere Pumpe das Wasser hinauf beförderte. Es sollte also nicht sein!

Tags drauf bekam der Brunnen eine Betonhaube mit schwerem Deckel, so dass alle wieder über den Hof laufen konnten. Aber irgendwann später mauern wir ihn auf, hängen einen Schöpfeimer rein und bauen ein Häuschen darüber, als Attraktion für Kinder und Gäste!

 

 

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Ein Loch im Asphalt
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Die Meßlatte sagt: 4,50 m tief.
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Jetzt aber wird gepumpt...
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Schachtring und Konus aus Beton werden gesetzt.
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